Tatort Adelheiden
Naturschauplatz - ein Krimi aus vergangener Zeit
Ein Krimi aus vergangener Zeit
Hier stand einst ein kleines Kloster zu dessen Versorgung die Wiesen, Felder und Obstbäume der Waldlichtung dienten. Ein stiller und lieblich anmutender Ort und doch Schauplatz einer schrecklichen Tat. Hier wurde der Legende nach im 14. Jhd. die fromme Jungfrau Adelheid Böllerin auf ihrem Weg von Allensbach über Hegne nach Wollmatingen, wo sie in Diensten stand, von einem „ledigen Kerl" vergewaltigt. Da sie sich widersetzte, stach er mit dem Messer mehrmals auf sie ein, bis er sie für tot glaubte. Adelheid aber schleppte sich zu einer hohlen Eiche, in die sie sich zum Schutz verkroch. Am folgenden Tag kam der Täter wieder und fand sie in ihrem Versteck. Die Sterbende bat ihn, einen Beichtvater zu holen, doch er erschlug sie und flüchtete. Der Täter wurde gefasst und hingerichtet, Adelheid aber wurde fortan als Heilige verehrt, da sie eher ihr Leben als ihre Keuschheit opferte.
Bei der „hohlen Eiche“ entstand eine Wallfahrt und das Kloster Adelheiden mit fünf Mönchen sowie eine Klosterkapelle. Später wurde „Adelheiden“ zum Frauenkloster. Eine wichtige Einnahmequelle waren neben der Selbstversorgung und Krankenpflege die Pilger, die die „gute Adelheid“ aufsuchten.
Anfang des 19. Jhd. wurde das Kloster aufgehoben und die Nonnen mussten es verlassen. Nahezu alle Gebäude und die Kirche wurden abgebrochen und das Material versteigert. Ein Teil der Kirchenausstattung kam in die Pfarrkirche nach Dettingen, so die Seitenaltäre, die Kanzel, die Kreuzwegstationen und eine Pietà. Nur das ehemalige Gästehaus blieb bestehen und wurde ab 1812 als einfaches Ausflugslokal „Gasthaus Adelheiden“ geführt. Heute ist das Gebäude ein privates Wohnhaus.
Eine Tragödie zwischen Legende und Wahrheit. FSK ab 16 J.