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 1   Einleitung

Die Gemeinde hat sich am Wettbewerb des Landes „Klimaneutrale Kommune“ beteiligt. Das Land hat 70 % der Kosten für verschiedene Studien übernommen. Von den Gesamtkosten in Höhe von rd. 42.000 € erfolgte eine Förderung in Höhe von 30.000 €.

Hintergrund dieser Initiative ist es, das vom Gemeinderat beschlossene Klimaschutzziel bis zum Jahr 2020 tatsächlich zu erreichen. Vorgabe der am 17.01.2006 und 2010 ergänzten Klimaschutzrichtlinie ist, dass die Gemeinde bis zum Jahr 2020 den CO2-Ausstoß gegenüber 2004 von 6 Tonnen pro Einwohner halbiert und bis 2050 um 83 % auf 1 Tonne pro Einwoh-ner reduzieren wird.

Nachfolgend wird die wesentliche Aufgabenstellung der jeweiligen Studie sowie deren Arbeitsergebnisse dargestellt und summarisch bewertet.

 

 

 Darstellung der Studien

 

2.1 Modul A1 - Öffentliche Liegenschaften, Heizenergie

 

Wesentliche Aufgabenstellung

Für die zehn wichtigsten öffentlichen Gebäude war ein energetisches Gesamtkonzept zur Er-reichung der Klimaziele der Gemeinde zu erstellen. Darin sollten die notwendigen Maßnahmen zur energetischen Sanierung enthalten sein, mit einem Vorschlag zur zeitlichen Abfolge der Umsetzung. Gleichzeitig sollten Vorschläge für eine adäquate Versorgung der Gebäude mit regenerativen Energien und/oder Kraft-Wärme-Kopplung gemacht werden. Die Konzepte waren sowohl in ihrer Klimawirkung als auch wirtschaftlich zu bewerten.

Bearbeiter

ARGE Energieeffizienzzentrum Allensbach

Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Holtmann, Energieberater

Dipl.-Ing. Till Schaller, Freier Architekt, Energieberater

Arbeitsergebnisse und Handlungsempfehlungen

Im Rahmen der Studie wurden alle 10 Gebäude mit vereinfachten Flächenansätzen nach Maßgabe der DIN 18 599 für Nichtwohngebäude mit der Software BKI-Energieplaner, Version 9.1.2.1556 bearbeitet. Die nun verfügbare Simulation der Gebäude ermöglicht es der Gemeindeverwaltung, für die weitere Planung belastbare Aussagen zu verschiedensten Fra-gestellungen zu treffen.

Hinsichtlich des CO2-Ausstoßes kann das Ziel von 83 % Reduktion gegenüber dem Niveau von 2004 in der weitestgehenden Ausbaustufe durch energetische Sanierung und erneuerbare Energien mit 88,3 % leicht übererfüllt werden.

Das Einsparziel beim Heizenergieverbrauch von 40 % kann bis 2020 nicht sinnvoll erreicht werden. Dies liegt im Wesentlichen an der Nutzungsart der meisten öffentlichen Gebäude, weshalb eine energetische Sanierung einen geringeren Effekt hat als z. B. in Privathaushalten. Die erreichbare Reduzierung des Endenergieverbrauchs der Heizanlagen liegt je nach Heiztechnologieszenario zwischen 14,2 % und um 25,5 %, wobei der letzte Wert am ehesten mit der Reduktion des tatsächlichen Wärmebedarfes in den Räumen korreliert.

Die Handlungsempfehlungen sind in einer Matrix dargestellt, die von den betrachteten 10 Gebäuden den jeweiligen Ist-Energieverbrauch und den berechneten Endenergieverbrauch nach vorgeschlagenen Maßnahmen auflistet, sowie schematisch die Schritte der energetischen Sanierung zur Erreichung der grundsätzlich vorgegebenen Einsparziele vorschlägt.

Abschätzung des erforderlichen Aufwandes und Amortisation

Der zusätzliche Sanierungsaufwand zum Erreichen der Klimaziele beziffert sich in der höchsten Ausbaustufe auf ca. 2 Mio. Euro bis 2020. Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit aller Maßnahmen ergibt sich eine sehr weite Spreizung der erreichbaren Amortisationszeiten. Die Studie zeigt mögliche Prioritäten für die Umsetzung der Maßnahmen auf. Die teilweise Erhöhung der notwendigen Endenergie in der folgenden Prioritätentabelle resultiert aus einem Szenario mit Pelletheizung, bei dem mehr Endenergie benötigt wird, als aktuell.

 

Einsparung Endenergie CO2 Amortisation

Bewertung der Bearbeitung des Moduls  

Die Studie bietet eine gute Planungsgrundlage für die weitere Arbeit. Für das weitere Vorgehen ist aber eine Konkretisierung notwendig, die u. a. einen Maßnahmenplan von 2012 bis 2020 mit Maßnahmen, Investitionen und Effekten enthält, da die hohen Investitionen sinnvoll über mehrere Jahre verteilt und andere anstehende Sanierungen berücksichtigt werden müssen.

Für die Bewertung der energetischen Sanierung sollte bei zukünftigen Planungen eher der Wärmebedarf (Nutzenergie) als die Endenergie des Energieträgers zum Vergleich herangezogen werden. Die Strategie der Gemeinde hinsichtlich der Energieerzeugung muss noch detaillierter ausgearbeitet werden, da neben der Verwendung regenerativer Energien Aspekte wie Stromerzeugung vor Ort in BHKW und Nutzung heimischer Bioenergien in Nahwärmenetzen berücksichtigt werden sollten.


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2.2 Modul A 2.1 - Straßenbeleuchtung


Wesentliche Aufgabenstellung

Für die öffentliche Straßenbeleuchtung war eine Planung zu erarbeiten, bei der bei mindes-tens gleich bleibender Beleuchtungsstärke eine 25 %ige Verbrauchsverringerung bis 2020 er-reicht wird. Dabei sollten die Energieeinsparung und die Kosten der unterschiedlichen Maß-nahmen abgeschätzt und eine sinnvolle zeitliche Abfolge der Maßnahmen vorgeschlagen werden.

Bearbeiter

EnBW Regional AG, Tuttlingen


Arbeitsergebnisse und Handlungsempfehlungen

Die Studie identifiziert als wesentliche Maßnahme zur Energieeinsparung den Ersatz von 234 HQL-Leuchten, die aufgrund der EuP-Richtlinie aus gesetzlichen Gründen ausgetauscht wer-den müssen, gegen LED-Technik. Die Energieeinsparung bei den betroffenen Leuchten wird durch diese Maßnahme mit 50 % beziffert. Für den übrigen Bestand von 914 Leuchten wird eine Umrüstung im Rahmen der kontinuierlichen Erneuerungsstrategie der Gemeinde vorgeschlagen, wobei die mögliche Energieeinsparung in diesem Bereich mit 20 bis 30 % geschätzt wird.

Die mögliche Energieeinsparung durch teilweise Abschaltung wird erwähnt aber nicht weiter verfolgt. Spannungsabsenkung oder Dimmung werden abgelehnt, weil sie außerhalb der für die Straßenbeleuchtung geltenden Normen liegen.

 
Abschätzung des erforderlichen Aufwandes und Amortisation

Die Umrüstkosten für die HQL-Lampen werden mit insgesamt ca. 130.000 Euro beziffert, wobei die resultierende Energieeinsparung bei aktuellen Strompreisen bei ca. 8.000 Euro pro Jahr liegt. Es ist davon auszugehen, dass sich die Preise für die LED-Technik zukünftig deutlich verringern werden. Zudem ist die Lebensdauer der LED mit ca. 50.000 h gegenüber 10.000 h bis 20.000 h bei anderen Systemen deutlich höher, was bei den Ersatzkosten zu berücksichtigen ist. Die Wirtschaftlichkeit bei Erreichen des 25 %-Reduktionsziels ist also zu er-warten, da sich die Zusatzkosten über die Lebensdauer der Leuchten amortisieren.


Bewertung der Bearbeitung des Moduls 
 

Die vorgeschlagene Maßnahme erscheint etwas einseitig und ist hinsichtlich der Wirtschaft-lichkeit und der zeitlichen Abfolge noch detaillierter auszuarbeiten, was aus der Unsicherheit bei der preislichen Entwicklung der LED-Technik resultieren mag.

Weitere Möglichkeiten wie Beleuchtungen mit Lampenteilschaltung, neue Schalttechniken z.B. zur Beleuchtung von Nebenstraßen auf Anfrage und Optimierung der Lichtführung wur-den nicht dargestellt. Immerhin scheint das Reduktionsziel erreichbar.

Die Beleuchtungssituation in Allensbach ist von der Verwaltung sehr gut dokumentiert und die Fortsetzung der bisherigen Politik der kontinuierlichen Erneuerung kann zum Erreichen des Reduktionsziels führen. Dies sollte allerdings noch konkreter nachgewiesen und verfolgt werden.

 

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Modul A 2.2 - Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung

 

Wesentliche Aufgabenstellung

Diese Teilstudie bezieht sich auf Einsparpotenziale bei der Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung. Es waren Maßnahmen zur Verringerung des Stromverbrauchs und überschlägig die Kosten der vorgeschlagenen Maßnahmen zu benennen sowie deren Amortisation und Wirtschaftlichkeit aufzuzeigen. Ziel ist es, den Stromverbrauch bis 2020 gegen-über 2004 um 25 % zu verringern.

 

Bearbeiter

Stadtwerke Konstanz GmbH

Dipl.-Ing. Wolfgang Fettke, Geschäftsbereichsleiter Trinkwassergewinnung

 

Arbeitsergebnisse und Handlungsempfehlungen

In detaillierten Untersuchungen konnte ein gesichertes und ökonomisch vertretbares Energieeinsparpotenzial bei der Pumpentechnik von 9 % ermittelt werden. Die Maßnahmen wurden detailliert nach Einsatzort dokumentiert und priorisiert.

Bei den Untersuchungen wurden die Energieverbräuche für Klimatisierung und Licht nicht detailliert untersucht. Die zusätzliche Reduktion wird auf 8 % geschätzt. Ferner ist insbesondere beim Pumpwerk Hegne die Peripherie der Pumpwerke zu überprüfen auf Fehlanschlüsse oder Fehlfunktionen einzelner Geräte, um einen bisher nicht geklärten signifikanten Anstieg von 2008 nach 2009 zu erhellen.

Unter Berücksichtigung des aufgezeigten Einsparpotenzials und nach der Eliminierung des nicht plausiblen Anstiegs des Stromverbrauchs im Jahr 2009 wird ein Einsparpotenzial von 23 % bis 2020 gegenüber 2004 errechnet und das Ziel damit knapp verfehlt. Unter Berücksichtigung eines zukünftig verringerten Wasserverbrauches und durch Einsatz zusätzlicher Maßnahmen, die aber bezüglich der Wirtschaftlichkeit bzw. aus betrieblicher Sicht kritisch zu hinterfragen sind, könnte das Ziel erreicht werden.


Abschätzung des erforderlichen Aufwands und Amortisation

Die Kosten für Maßnahmen in der Pumpentechnik für die Trinkwasserversorgung werden mit 27.000 Euro beziffert bei einer erreichbaren Energieeinsparung von ca. 7,4 MWh/a. Die Amortisationszeiten liegen zwischen 0 und 31 Jahren. Bei der Abwasserversorgung werden 60.000 Euro an Kosten geschätzt, verbunden mit einer Energieeinsparung von ca. 14 MWh/a und Amortisationszeiten zwischen 0 und 44 Jahren.

 

Bewertung der Studie

Die Bewertung der Pumpentechnik wurde sehr detailliert und vorbildlich durchgeführt. Leider ist es nicht gelungen, den deutlich erhöhten Stromverbrauch im Pumpwerk Hegne seit 2009 aufzuklären. Zusammen mit Maßnahmen bei Klimatisierung und Beleuchtung ist dies ein sehr wichtiger Punkt, der möglichst kurzfristig geklärt werden sollte.

 

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Modul A 2.3 - Öffentliche Liegenschaften, Gebäudetechnik und Geräte

 

Wesentliche Aufgabenstellung

Zur Verringerung des Stromverbrauchs der öffentlichen Liegenschaften um 25 % bis zum Jahr 2020 waren die unterschiedlichen gebäudetechnischen Einrichtungen zu untersuchen: Beleuchtungstechnik, EDV- und Bürotechnik, Pumpentechnik für Heizung und Warmwasser sowie Kühl- und andere Haushaltsgeräte mit größerem Verbrauch. Es waren die notwendigen Maßnahmen und überschlägig deren Kosten zu benennen, Amortisation und Wirtschaftlichkeit aufzuzeigen sowie eine geeignete zeitliche Abfolge festzulegen.

 

Bearbeiter

Im Auftrag der Stadtwerke:

Jürgen Messmer, Fa. Chartline E+F Konzepte GmbH (Beleuchtung)

Reinhard Düsterhöft, Energieberater (EDV- und Bürotechnik)

Reiner Hofer, Energieberater (Kühl- und Haushaltsgeräte)

Uwe Klement, Fachplaner für Versorgungstechnik (Pumpentechnik)

Stadtwerke Konstanz GmbH


Arbeitsergebnisse und Handlungsempfehlungen

Der rechnerische Gesamtstromverbrauch aller IT-Bürogeräte liegt zwischen 36 MWh/a und 49 MWh/a. Der meiste Strom lässt sich einsparen durch die Minimierung des Stromverbrauchs außerhalb der eigentlichen Nutzungszeiten. Zusammen mit den möglichen Einsparungen durch optimale Einstellungen im Powermanagement wird eine Energieeinsparung von ca. 14,5 MWh/a erwartet, entsprechend einer Verminderung des Gesamtstromverbrauchs der Liegenschaften um 6,5 %. Dazu sind organisatorische und geringe investive Maßnahmen dargestellt, die sich schnell amortisieren. Bei der Erneuerung des Geräteparks sollten gezielt energiesparende Geräte ausgewählt und darauf geachtet werden, dass die Ausstattung und die Leistung der Bürogeräte an die tatsächlichen Anforderungen angepasst werden. Die daraus resultierende Energieeinsparung wurde in der Studie nicht berücksichtigt, ist aber signifikant.

Die Untersuchung zeigt, dass der Stromverbrauch im Segment Kühl- und Haushaltsgeräte mit größerem Verbrauch bei den öffentlichen Liegenschaften nicht übermäßig ins Gewicht fällt. Welche Aktionsmöglichkeiten es im Einzelnen gibt, kann detaillierten Tabellen pro Anwesen entnommen werden. Die Studie zeigt, dass oft schon reine Verhaltensänderungen oder geringe investive Maßnahmen ausreichen, um relativ viel zu bewegen. Sie ergeben eine Energieeinsparung von 2,6 MWh/a (1 %).

Für jede Umwälzpumpe wurde getrennt nach Liegenschaften und Anlagen ein Bewertungsbogen erstellt, der u. a. Daten zu einer Sanierungslösung, der zu erwartenden Stromverbrauchsreduktion und zu einer möglichen Amortisation enthält. Die unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten mögliche Energieeinsparung beträgt ca. 17 MWh/a entsprechend ca. 7,5 %. Die Studie macht präzise Aussagen, wo sich eine Sanierung lohnt und wo die Pumpentechnik auf dem neuesten Stand ist bzw. die Modernisierung der Heizungsanlage abgewartet werden sollte.

Die erzielbaren Einsparungen bei der Beleuchtung sind in vielen Bereichen erheblich. Das gesamte Einsparpotenzial beträgt 38 MWh/a (17 %). Eine Sanierung im UG der Grund- und Hauptschule Allensbach sowie in Umkleiden und Fluren der Bodanrückhalle wird für dringend erforderlich gehalten. Die Einsparungen sind jeweils als Einzelmaßnahmen dargestellt und somit direkt plan- und umsetzbar. Die errechneten Einsparungen sind durch Nutzung aktueller, ausgereifter Technologien erreichbar. Selbst bei extrem optimistischer Prognose der technischen Entwicklung von LED-Leuchten lohnt es sich nicht, auf visionäre Zukunftstechnologien zu warten. Es resultiert eine Stromkostenreduktion von 8.600 Euro pro Jahr. Die laufenden Wartungskosten können in den ersten 6 Jahren nach der Sanierung um ca. 2.500 Euro jährlich gesenkt werden.

Zusammengenommen ergeben die Maßnahmen eine Verbrauchsreduktion von 33 %, womit das Reduktionsziel problemlos erreicht wird.


Abschätzung des erforderlichen Aufwandes und Amortisation

Im Bereich der Bürotechnik wurde eine Gesamtinvestition von ca. 2.600 Euro angesetzt, die sich in max. 2,7 Jahren amortisiert. Bei den Haushaltsgeräten wurde ein Gesamtinvest unter 800 Euro angesetzt, der sich meist sofort oder in kurzer Zeit amortisiert. Montagekosten etc. wurden bei EDV und Geräten nicht berücksichtigt.

Die notwendigen Umbaukosten für den Austausch der Umwälzpumpen sind dagegen komplett angegeben und beziffern sich inkl. Mehrwertsteuer auf knapp 15.000 Euro. Die Amortisationszeiten liegen zwischen 2,2 und knapp 10 Jahren.

Bei der Beleuchtung beläuft sich der Sanierungsaufwand auf ca. 80.000 Euro. Eine Amortisationsbetrachtung ist laut Studie nur sinnvoll, wenn der Anteil der Ersatzbeschaffungen konkret festgelegt und herausgerechnet wird.

Nachdem Teile der zu erneuernden Beleuchtung über 25 Jahre alt sind, handelt es sich mehrheitlich um keine Energiesparmaßnahmen, sondern um notwendige Ersatzbeschaffung nach dem Stand der Technik. Die Mehrkosten für höchste Energieeffizienz betragen ca. 15.000 Euro für Dimmung/Lichtsteuerung/Bewegungsmelder. Die jährliche Kosteneinsparung durch Verbrauchsreduktion wurde bereits oben auf insgesamt ca. 11.000 Euro beziffert. 

 

Bewertung der Studie

Die Studie wurde sehr detailliert und umfassend ausgeführt und kann in kurzer Zeit in ein konkretes Handlungskonzept für die Gemeinde umgesetzt werden.  

 

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2.5  Modul B - Energie- und Klimamonitoring

 

Wesentliche Aufgabenstellung

Die Startbedingungen hinsichtlich Energieverbrauch und CO2-Ausstoß in Allensbach wurden auf der Basis von Daten aus dem Jahr 2002 im Rahmen einer umfangreicheren Studie ermittelt. Zur Erstellung eines kontinuierlichen Energie- und Klimamonitorings für die Gesamtgemeinde ist diese Methode zu aufwendig. Daher war ein Konzept zu erstellen, wie mit vertretbarem Aufwand anhand vorhandener statistischer Daten eine hinreichend genaue Abschätzung des jahresaktuellen Energieverbrauches und CO2-Ausstoßes in Allensbach vorgenommen werden kann.

 

Bearbeiter

RBS wave GmbH, Ettlingen Bau- und Energietechnik

im Auftrag der EnBW Regional AG, 78532 Tuttlingen

 

Arbeitsergebnisse und Handlungsempfehlungen

Es wurden zwei Excel-Tabellen - eine für die öffentlichen Einrichtungen und eine für die Gesamtgemeinde - erstellt, in die Energieverbrauchswerte verschiedener Energieträger eingegeben werden können. Als Ergebnis wird der aktuelle Energieverbrauch und CO2-Ausstoß dargestellt.

 

Bewertung der Bearbeitung des Moduls  

Die Studie hat die Aufgabenstellung leider verfehlt. Im Bereich öffentliche Einrichtungen wurde im Wesentlichen lediglich der bereits vorhandene Formalismus in eine neue Excel-Tabelle überführt.

Im Bereich Gesamtgemeinde wurde nicht dargestellt, wie die Verbrauchsdaten der verschiedenen Energieträger wie z. B. Heizöl, Gas, Pellets, Kraftstoff etc. auf der Basis leicht zugänglicher statistischer Daten ermittelt werden können.

Die Studie ist entsprechend zu ergänzen und zu überarbeiten.

 

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2.6 Modul C1 - Wärmekataster

 

Wesentliche Aufgabenstellung

Zur optimalen Planung der Energieversorgung der Gebäude in der Gemeinde Allensbach sollte ein Wärmekataster aufgestellt werden, das in ausreichender Genauigkeit den energetischen Zustand und den Wärmebedarf des Gebäudebestandes wiedergibt. Ziel ist zum einen eine Grundlage zur Planung von energetisch und wirtschaftlich sinnvollen Wärmenetzen und andererseits eine Grundlage zum gezielten Anstoß energetischer Sanierungsmaßnahmen.


Bearbeiter

RBS wave GmbH, Ettlingen Bau- und Energietechnik

im Auftrag der EnBW Regional AG, 78532 Tuttlingen


Arbeitsergebnisse und Handlungsempfehlungen

Für die Gemeinde Allensbach wurde ein Wärmekataster erstellt, das die Wärmedichten entlang der Straßen der Gemeinde darstellt. Datenbasis dazu waren Lagepläne der Ortsteile sowie eine Liste der Verwaltung mit sämtlichen Gebäuden und deren bebauter Fläche. Durch Inaugenscheinnahme der Gebäude und unter Verwendung einer Aufstellung der spezifi-schen Verbräuche verschiedener Gebäudetypen nach AGES wurde der Wärmebedarf jedes einzelnen Gebäudes abgeschätzt.

Über die Wärmedichten der Straßen wurden drei Gebiete identifiziert, in denen Nahwärmenetze potenziell wirtschaftlich betrieben werden können: Rathausplatz Allensbach, Industriegebiet Allensbach und Markelfinger Straße/ Freudentaler Straße/Kapellenhof in Kaltbrunn. Für diese Gebiete wurde eine Grobplanung durchgeführt.

Hinsichtlich des Wohngebietes Setze Allensbach wird auf die laufende Untersuchung der Lokalen Agenda verwiesen, die auch den möglichen Einbezug der Bodanrückhalle und des Kindergartens Walzenberg beinhaltet.

In Bezug auf die Kliniken Schmieder und das Kloster Hegne verweist man auf die dort bereits stattgefundenen Planungen und Umsetzungen. Für das Gebiet des Rathausplatzes wird ein Erdgas-BHKW, installiert in einer bereits bestehenden Heizzentrale, als geeignete Lösung darstellt. In den anderen Gebieten (Industriegebiet und Kaltbrunn) wird aufgrund des großen Platzangebotes eine Holzpellet-, Hackschnitzel- oder Holzscheitanlage empfohlen, gegebenenfalls in Kombination mit BHKW zur Deckung der Grundlast. Als zusätzliche Möglichkeit die regenerativ geführten Anlagen zusätzlich zu unterstützen, wird eine Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung vorgeschlagen.


Abschätzung des erforderlichen Aufwands und Amortisation

Für die beschriebenen Gebiete wird empfohlen, die Planung zu einer Nahwärmeversorgung weiter zu vertiefen, dazu müsste als Nächstes eine Analyse des tatsächlichen Wärme- und Strombedarfs stattfinden. Auf Basis dieser Daten werden Jahresdauerlinien des Wärmebedarfs und Tagesganglinien ermittelt. Der erforderliche Aufwand für Planung und Umsetzung wird nicht beziffert und auf eine tiefer gehende wirtschaftliche Betrachtung der Gebiete verwiesen.


Bewertung der Bearbeitung des Moduls 
 

Die Studie bietet grundlegende Daten zur weiteren Planung von Nahwärmenetzen in Allensbach, die insbesondere zum wirtschaftlichen Einsatz heimischer regenerativer Energien notwendig sind. Die Datenbasis könnte mit Hilfe der Baujahre und Baualtersklassen noch verbessert werden. Für die öffentlichen Gebäude hätte man auf vorhandene genaue Daten zu-rückgreifen können. Die Bestimmung der Wärmedichte erscheint manchmal zu ungenau, da die Straßenlänge nicht immer mit der Länge des Wärmenetzes korreliert.

 

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2.7 Modul C2 - Energieberatung

 

Wesentliche Aufgabenstellung

Die Studie hat als Zielvorgabe, ein Konzept zu erstellen, wie in optimaler Weise eine Energieberatung für Haushalte und kleinere Gewerbebetriebe gestaltet werden kann, die zum Erreichen der Klimaziele bis 2020 zielführend ist. Ein wichtiger Teil des Konzeptes sollte eine Darstellung der Umsetzungsmaßnahmen beinhalten, die die finanzielle Belastung der Gebäudebesitzer durch Balancierung von Kapitalkosten und vermiedenen Energiekosten möglichst weit reduziert.


Bearbeiter

ARGE Energieeffizienzzentrum Allensbach

Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Holtmann, Energieberater

Dipl.-Ing. Till Schaller, Freier Architekt, Energieberater


Arbeitsergebnisse und Handlungsempfehlungen

Die Studie stellt zunächst den Ist-Zustand der Angebote der Energieberatung in der Gemeinde, im Landkreis und darüber hinaus des Landes und des Bundes für Haushalte und Gewerbebetriebe dar. Dabei wird festgestellt, dass die vielfältigen Beratungsangebote meist nur dann in Anspruch genommen werden, wenn eine konkrete Maßnahme ansteht, z. B. Neubau oder Sanierung, und oft auch nur dann, wenn eine Förderung erwartet wird.

Leider sind die Beratungsangebote offensichtlich, obwohl ständig veröffentlicht, kaum bekannt. Zum Abbau der Hemmnisse und zur Erweiterung, Attraktivitätssteigerung und Zielbindung des Beratungsangebotes werden Lösungsansätze und konkrete Vorschläge angegeben:

Die Bekanntheit der Beratungen könnte über regelmäßige Veröffentlichungen im Amtsblatt, wiederholte Vortragsreihen, Darstellung erfolgreich durchgeführter Maßnahmen (ähnlich „Der Stromwechsler des Monats“) unter Erwähnung und Einbindung der beteiligten Architekten und Handwerker sowie den Einsatz ehrenamtlicher „Energiemonitore“ verstärkt wer-den.

Die Studie macht sich Gedanken über ein wirkungsvolles Monitoring, um die Wirksamkeit der Maßnahmen aus der Beratung nachzuweisen und empfiehlt ein Stufenkonzept zur Beratung, das den finanziellen Aufwand der Beratung abhängig von den Erfolgsaussichten macht. Zur Darstellung der Amortisation wird eine vereinfachte Übersicht vorgestellt.

 

Bewertung der Bearbeitung des Moduls

Mit der Studie liegt ein recht umfangreicher „Baukasten" zur Erstellung einer Beratungskonzeption vor. Was noch ergänzt werden könnte, ist ein konkreter Plan, welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen und einige Beispielszenarien, wie eine erfolgreiche Energieberatung, die zur Umsetzung sinnvoller energetischer Maßnahmen führt, aussehen könnte.

 

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3. Weitere Vorgehensweise

 

Modul A

Hinsichtlich der Maßnahmen in den öffentlichen Liegenschaften wird empfohlen, auf Basis der Studien eine konkrete Zeitplanung bis 2020 zu erstellen und die empfohlenen Maßnahmen zielgerichtet Schritt für Schritt umzusetzen. In fast allen Bereichen ist die Wirtschaftlichkeit gegeben, so dass auf eine zusätzliche Förderung im Rahmen des Wettbewerbs „Klimaneutrale Kommune“ verzichtet werden kann.

Zur Finanzierung der umfangreichen energetischen Sanierungsmaßnahmen der Gebäudehüllen und der Versorgung mit regenerativen Energien kann auf das Programm Klimaschutz+ und andere zurückgegriffen werden.

Die genannten weiteren Schritte sind, wenn der Gemeinderat dem zustimmt, von einem Planer weiter aufzubereiten. Dafür wäre ein Honorarangebot einzuholen. Die Finanzierung wäre ggf. durch den Haushaltstitel „Klimaneutrale Kommune“ im Jahr 2012 gedeckt.

Die weitere Umsetzung von Maßnahmen ist dann im Rahmen der Bereitstellung von Haushaltsmitteln und der weiteren Finanzplanung zu entscheiden.

Wie in den Bemerkungen zum Modul A 1 angesprochen, sollte sich die Gemeinde noch grundlegendere Gedanken zur Heizenergieversorgung machen. Dies könnte evtl. eine Aufgabe für die neu gegründeten Gemeindewerke Allenbach-Bodman-Ludwigshafen-Reichenau GmbH sein.

Mit eine Überlegung ist es auch, einen Mitarbeiter der Gemeinde, voraussichtlich Herrn Ortsbaumeister Seidler, als KEA-Klimamanager ausbilden zu lassen. Die landeseigene Institution hat mit Erfolg in den vergangenen Jahren entsprechende Qualifizierungen vorgenommen. Für 2012 ist wieder eine Neuauflage des Schulungsprogramms vorgesehen. Entsprechende Abklärungen mit der KEA laufen bereits. 

Die praktischen Erkenntnisse bei der Umsetzung der Maßnahmen werden in vielen Fällen auch für Maßnahmen im Bereich der privaten Haushalte und Gewerbebetriebe wertvoll sein. Die Gemeinde sollte sich überlegen, wie sie diese Erkenntnisse an andere weitergeben kann - eventuell als Ergänzung zu der in Modul C 2 untersuchten Energieberatung.


Modul B

Die Studie sollte sobald wie möglich entsprechend den Vorgaben überarbeitet werden, um tatsächlich jährlich regelmäßig den Erfolg der Klimaschutzmaßnahmen in Allensbach überprüfen zu können. Die Genauigkeit der Energiedaten lässt sich mittelfristig evtl. unter Einbezug von Daten aus dem Monitoring im Bereich der Energieberatung (Modul C 2) verbessern.


Modul C

Das Land plant, nach derzeitigem Kenntnisstand, weitere Fördermittel für die an dem Wettbewerb „Klimaneutrale Kommune“ beteiligten Gemeinden zu verteilen. Dafür wären entsprechende Förderprojekte zu benennen.

Nachfolgend wird vorgeschlagen, ggf. einen Zuschussantrag für folgende Vorhaben zu stellen:

 

Förderprojekt Nr. 1: Nahwärmenetz im Wohngebiet Setze (Bezug auf Modul C 1)

Wie im Modul C 1 erwähnt, untersucht die Lokale Agenda mit Unterstützung örtlicher Energieversorger die Versorgung eines großen Gebäudekomplexes im Wohngebiet Setze mit umweltfreundlicher Energie. Die Gebäude sind größtenteils im Besitz von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG), weshalb der mögliche Erfolg solch eines Projektes ganz wesentlich vom zu erzielenden Wärmepreis abhängt.

Die Gebäude wurden aufgrund der vorliegenden Wärmedichte und der geringen Komplexität des Nahwärmenetzes ausgewählt. Ein Gesamtwärmebedarf von knapp 1500 MWh wird aktuell von nur 8 zentralen Heizanlagen bedient, die mit einem relativ kurzen Nahwärmenetz verbunden werden könnten. Der Anschluss der Bodanrückhalle und des Kindergartens Walzenberg an das Netz erscheint möglich und sinnvoll. Außerdem kann das Netz zukünftig relativ einfach in die Umgebung erweitert werden, wenn der Energiebedarf im Kernnetz aufgrund energetischer Sanierungen sinkt.

Die Verwaltungen der Gebäude haben sich bereit erklärt, Daten für eine detaillierte Planung zur Verfügung zu stellen und den Vorschlag einer gemeinsamen Planung vor möglichen Sanierungsmaßnahmen an den Heizungsanlagen an die WEGs heranzutragen.

Das Projekt soll folgende Merkmale umfassen, durch die es sich von anderen Nahwärmeprojekten abhebt:

- Deckung der Wärmegrundlast durch BHKW und teilweise Wärmepumpen  

- Deckung des zusätzlichen Heizbedarfes im Winter durch heimische regenerative Energien
  (Hackschnitzel aus dem Gemeindewald, Landschaftspflegeheu o. ä.)

- Nutzung des Wärmenetzes nur in der Heizperiode, dadurch weniger Wärmeverluste bei
   Schwachlast (Versorgung durch dezentrale BHKW) im Sommer

- Finanzierung oder Mitfinanzierung des Wärmenetzes durch einen Bürgerenergiefonds

- Ergänzung mit Photovoltaikanlagen auf den Flachdächern der Gebäude und evtl. Kapitalanteilen
   an Windenergie- und  Biogasanlagen

- Verfolgung eines Energiespeicherkonzeptes für regenerativen Strom durch intelligente
   Steuerung von BHKW und Wärmepumpen und Wärmespeicherung

Der letzte Punkt basiert auf einer kürzlich durchgeführten Bachelorarbeit zum Thema Energiespeicherung in einem Szenario „Energieautarkes Allensbach“. Hierbei wird fluktuierender, regenerativ produzierter Strom bei Strommangel durch BHKW-Strom ergänzt und bei Stromüberschuss durch Wärmepumpen genutzt.

Die dabei erzeugte Wärmeenergie wird zu Heizzwecken genutzt und bei Bedarf gespeichert. Der Speicherbedarf der Langzeitspeicher liegt bei ca. 10 % des Wärmebedarfes, wenn eine vollständige Glättung über das ganze Jahr angestrebt wird. An diesem Beispiel könnte also sehr gut die Netzregelung in einem kleinen Smart-Grid (= intelligentes Stromnetz) erprobt werden.

Es ist geplant, die Planung mit den Stadtwerken Konstanz fortzuführen und durch eine Masterarbeit hinsichtlich der Energiespeicherung zu begleiten.

Als Projektförderung sollten 300.000 € erwartet werden. Damit könnte das ambitionierte Vorhaben wirtschaftlich betrieben und zeitnah realisiert werden. Dies gilt es abzuklären.


Förderprojekt Nr. 2: Bürgeraktion „Klimaneutrale Kommune“ (Bezug auf Modul C 2)

Es wird vorgeschlagen, dass die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Energieagentur des Kreises Konstanz und der Lokalen Agenda eine Aktion „Klimaneutrale Kommune“ ins Leben ruft, die die Bürger umfassend einbezieht und durch Beratung und Förderung dazu beiträgt, das Ziel einer Halbierung des CO2-Ausstoßes in Allensbach bis 2020 zu erreichen.

Wie in der Bewertung des Moduls C 2 vorgeschlagen, sollte die Gemeinde auf Basis des Ergebnisses der Studie zusammen mit den Bearbeitern und/oder der Energieagentur des Landkreises Konstanz ein detailliertes Konzept zur Energieberatung und Förderung ausarbeiten, das am Energietag Baden-Württemberg Ende September 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt werden kann. Dabei sollten auch die örtlichen Akteure der Handwerkerschaft und die Finanzinstitute einbezogen werden. Der im Projekt I genannte Bürgerenergiefonds könnte ebenfalls ein Bestandteil der Aktion sein.

Zur Finanzierung der Planung der Aktion und zur finanziellen Unterstützung von Bürgern, die sich beispielhaft für die Aktion zur Verfügung stellen, soll eine Förderung von ca. 50.000 € beim Land beantragt werden.

 

Für das Nahwärmenetzprojekt wird davon ausgegangen, dass die weiteren Investitionsmittel durch einen Betreiber unter Einbeziehung der dargestellten und erwarteten Förderung zur Verfügung gestellt werden. Mit der Ausnahme von personellen Ressourcen sollte das Vorhaben ohne weitere Finanzmittel aus dem Gemeindehaushalt, wie jede andere Heizung auch, selbst wirtschaftlich tragfähig sein.

Bei dem Förderprojekt Nr. 2 ist davon auszugehen, dass entsprechende Komplementärmittel der Gemeinde erforderlich sind. Bei einer angenommenen Bezuschussung mit 70 % wären dies ca. 20.000 € Haushaltsmittel der Gemeinde.

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