Die Allensbacher Wappensage

 

wie Allensbach zu seinem Namen kam....

 

 

724 wurde Allensbach (Alaholfesbach) von Karl Martell, Hausmeier und damit höchster Beamter des fränkischen Reiches, an St. Pirmin zur Klostergründung Reichenau geschenkt. Die Allensbacher Wappensage berichtet, Karl Martell habe, um einen Namen für Allensbach zu finden, einen Reif in den Bach legen lassen. Der Ort sollte nach dem ersten durchschwimmenden Fisch benannt werden. Dies war ein "Alet" aus der Familie der Karpfen und der Ort hieß fortan "Aletbach".

 

Tatsächlich ist Allensbach als alemannisches Dorf spätestens im 4. Jahrhundert entstanden. Damals wurden Dörfer nach Männern benannt, so auch Allensbach nach einem alemannischen Stammesführer namens Alahol, der mit seiner Sippe am Bach (vermutlich am heutigen Mühlbach) lebte. Die Schreibweise veränderte sich mehrfach und aus der ersten bekannten schriftlichen Ortsbezeichnung "Alaholfesbach" wurde Alespach (1430), Alenspach (um 1500), Allenspach (um 1600) und schließlich Allensbach.

 

 

Ein scharfer Fund:

 

Der Steinzeitdolch von Allensbach

 

 Allensbacher Dolch

Welterbest├Ątte Allensbach Strandbad

Seit Juni 2011 sind die "PRÄHISTORISCHEN PFAHLBAUTEN UM DIE ALPEN" in die Welterbeliste eingeschrieben.

 

Damit steht auch die Station Allensbach-Strandbad auf des universellen Erbes der Menschheit. Die 1858 entdeckte Seeuferstation der jungsteinzeitlicher Horgener Kultur ist bekannt für sensationelle Funde. Dazu gehören neben Textilien und Holz vor allem der bekannte vollständig erhaltene Dolch und die Sandale von Allensbach. Einen Einblick in das Leben der jungsteinzeitlichen Siedler bietet das Heimatmuseum Allensbach sowie das Archäologische Landesmuseum in Konstanz, das eine neue Pfahlbauabteilung eingerichtet

 

weiter Infos unter:

www.konstanz.alm-bw.de

unesco-weltkulturerbe-pfahlbauten.de

www.museum-allensbach.de

 

Im Winter 2002/2003 wurde der Bauplatz des heutigen Campingplatzes, am Bodensee gelegen, von Archäologen vom Landesamt für Denkmalpflege untersucht. Etwa 1,5 m unter der Oberfläche stieß man auf Reste einer Pfahlbausiedlung, die um 2.913 v. Chr. an dieser Stelle gegründet wurde. Bei den Grabungen wurde ein einzigartiger Fund gemacht: ein 16 cm langer, perfekt gearbeiteter Feuersteindolch aus einem qualitätsvollen oberitalienischen  Feuerstein und einem vollständig erhaltenen Holzgriff. Bis heute hat man nur bei der Ausrüstung des "Ötzi", der berühmten Gletschermumie, einen ähnlichen Dolch samt erhaltener Schäftung gefunden.

 

Die Herkunft des Materials der Allensbacher Dolchklinge belegt zusammen mit anderen Funden, dass die Pfahlbaubewohner am Bodensee schon vor rund 5.000 Jahren regelmäßige Kontakte zum südlichen Alpenraum und nach Norditalien pflegten.

 

Eine Info-Stele rechts von der Terrasse des Campingplatzes erinnert heute noch an diesen Fund. Mehr Informationen erhalten Sie auch im Heimatmuseum Allensbach (Rathausplatz 2) www.museum-allensbach.de

 

Bis auf Weiteres nicht begehbar

Burgruine Kargegg

 

Zeugnis einer bewegten Geschichte

 

Die Burgruine Kargegg bei Langenrain dürfte etwa siebenhundert Jahre alt sein. Lange gehörte sie einem Herrn von Möggingen, doch musste der sie wegen Geldmangels verkaufen. Danach ging die Burg durch viele Hände, ehe sie im Jahr 1502 in den Besitz der Familie von Bodmann kam; ihr gehört die Burg noch heute. Allerdings konnte sich das Haus Bodmann seiner neu erworbener Burg nur kurz erfreuen: 1525 brach der Bauernkrieg aus.

 

Wie viele andere kleine Burgen, so wurde damals auch Kargegg von den Bauern erstürmt, geplündert, verbrannt und als Ruine zurückgelassen. Immerhin kann man heute durchaus noch erkennen, wie die Burg ursprünglich ausgesehen hatte und warum sie gerade an dem schwer zugänglichen Platz oberhalb der Marienschlucht stand. Auch lässt sich aus dem baulichen Befund ablesen, dass Kargegg eine relativ bescheidene Burg war, deren Besitzer stets Mühe hatten, wirtschaftlich zu überleben.

 

 

Woher der Gnadensee seinen Namen hat -

 

eine Legende erzählt:

 

 

Die Klosterinsel Reichenau galt nach dem Willen des Klostergründers als heiliges Eiland. Dort wurden zwar Todesurteile gefällt, vollstreckt werden durften sie jedoch nur auf dem Festland. Nach der Urteilsverkündung wurde dann der Delinquent mit dem Schiff nach Allensbach gebracht. Dort stand bereits im Mittelalter der Galgen der Abtei Reichenau. Läutete während der Überfahrt ein Glöcklein wurde der Verurteilte begnadigt und auf dem Festland auf freien Fuß gesetzt, nicht ohne ihm das Versprechen abgenommen zu haben, sich nie mehr in der Gegend blicken zu lassen. Seither, so die Legende, heißt der Teil des Untersees zwischen der Insel Reichenau und Allensbach Gnadensee und noch heute mahnt der Galgenacker zwischen Hegne und Allensbach an diese Zeit der Geschichte.

 

Wie der Gnadensee tatsächlich  zu seinen Namen kam…

 

Einst hieß der Gnadensee „Allensbacher See“, Ower See (Ower=Auer=Reichenauer), „Innerer See“ und „unseres Herrn von Ow See“. Der Herr der Reichenau, der Grundherr, war der Abt. 1540 wurde das Reichenauer Gebiet in das Territorium der Fürstbischöfe von Konstanz eingegliedert. Somit war der Fürstbischof von Konstanz der Grundherr. Der Seeteil zwischen Allensbach und der Insel Reichenau hieß infolge „Seiner Fürstlichen Gnaden See“, später abgekürzt „Gnadensee“.

 

Tatsache ist auch, dass auf der friedlichen Klosterinsel zwar Urteile gesprochen, aber nicht vollstreckt wurden. Bevor der Verurteilte mit dem Schiff nach Allensbach zur Hinrichtung übergesetzt wurde, erhielt er im Namen des Klosters ein Krüglein mit Rotwein als „letzten Labetrunk“.

 

Bereits 1540 wurde der Galgenacker erwähnt. Bei späteren Ausbesserungen des Galgens wollte kein Handwerker diese Arbeiten übernehmen und seine Hände damit beflecken. Deshalb wurden zur Wiederherstellung alle Bauhandwerker aus Reichenau, Wollmatingen, Hegne, Allensbach und Markelfingen hinzugezogen, damit keine Innung der anderen die Beteiligung an dem schändlichen Geschäft vorwerfen konnte. 1770 fand auf dem Galgenacker die letzte Hinrichtung statt.

 

 

Für eine ausführlichere Chronik der Gemeinde Allensbach klicken Sie einfach hier oder werfen Sie einen Blick in das 2010 erschienene Heimatbuch Allensbach. Erhältlich im Kultur- und Verkehrsbüro.

 

Letzte ─nderung: 17.7.2018
© Gemeinde Allensbach | Rathausplatz 1 | 78476 Allensbach
Telefon: +49 7533 801-0 | Fax: +49 7533 801-12
Email: gemeinde@allensbach.de