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Allensbacher Chronik

 

 

Allensbacher Chronik

 

Treffend sagt man: Am Bodensee beginnt der Süden! - Die Bodenseehalbinsel Bodanrück zwischen Konstanz und Radolfzell ist ein Kleinod. Allensbach liegt gegenüber der Insel Reichenau am Untersee und grenzt an den Überlinger See. Man nennt es auch "Das Dorf am See" und "Das grüne Herz des Bodanrücks".

 

 

In prähistorisch überaus fündiger Landschaft entstand Allensbach, Jahrhunderte bevor es 724 erstmals urkundlich genannt wurde. Seither gehörte es als Fährstützpunkt zum im Abendland bedeutenden Inselkloster Reichenau und zugleich zu dessen wirtschaftlichen Ergänzungsgebiet auf dem Festland. Zwischen 997 und 1000 verlieh Kaiser Otto III dem Reichenauer Abt das Markt- und Münzrecht für Allensbach. Schon im Jahre 1056 wird von zwei  Weingärten berichtet. Allensbach war bis vor wenigen Jahren Winzerort.

 

Abt Ekkehard erneuerte das Markt- und Münzrecht am 2. Mai 1075. Da die weiteren damals erforderlichen Merkmale vorhanden waren, bedeutete das gleichzeitig die Stadtwerdung in einer Zeit, als es noch keine Stadtrechtsverleihungen gab. Als Fährstützpunkt der Abtei Reichenau auf dem Festland spielte Allensbach eine bedeutende Rolle. Auf die Klosterinsel brachte man natürlich nur so viele Naturalien, wie verbraucht wurde, weshalb sich ein großer Teil der Zehtgüter der Abtei hier sammelte.

 

Allensbach hatte eine Stadtbefestigung mit drei Stadttoren. An die mittelalterliche Zeit erinnert beispielsweise der viereckige Teil des Kirchturms mit seinen Armbrustschießscharten (Wehrturm) der später barock gebauten St. Nikolaus-Kirche mit ihrer prachtvollen Regencedecke und der bereits 1351 genannte Federlinsturm, dessen unterer Teil in das Haus Kirchgasse 1 eingegliedert ist.. Allensbach hatte Selbstverwaltung mit eigener Gewerbe-, Schütz-, Siechenhaus- und Schulordnung. Reisende zum Konstanzer Konzil (1414 - 1418) kamen durch Allensbach.

 
Im Bauernkrieg (1525) wurde die Stadt von den Revolutionären eingenommen. Die dabei zerstörte Stadtbefestigung baute man später wieder auf. Das Herrschaftsgebiet der schließlich völlig verarmten Abtei Reichenau, zu dem auch Allensbach gehörte, kam 1540 zum weltlichen Territorium des Fürstbistums Konstanz, in das die Stadt Konstanz nicht eingegliedert war.
 

Territorium des Fürstbistums Konstanz, in das die Stadt Konstanz nicht eingegliedert war. Hungerszeiten, Pest, Brandkatastrophen und bittere Kriegsschäden durch spanische Truppen blieben Allensbach nicht erspart. Unsägliches hatte die Bevölkerung im 30jährigen Krieg zu leiden, besonders im Zusammenhang mitden Kämpfen um den Hohentwiel. Zeitweise flüchteten die Menschen über den See auf die Insel Reichenau und in den Thurgau. Am 9. August 1633 zündeten württembergische Reiter, die aus Radolfzell kamen, die Stadt an 5 Stellen an. Obwohl sich Allensbach nach dem 30jährigen Krieg erholte und längst erhebliche Bedeutung mit Zentralfunktion hatte, ruht das alte Stadtrecht seit dieser Flammennacht ncoh immer.

 

Während des Krieges zwischen dem Reich und Ludwig XIV. lagen hier Reichstruppen im Winterquatier. Im spanischen Erbfolgekrieg kam sächsische Miliz nach Allensbach. Im österreichischen Erbfolgekrieg beherbergte es französische Truppen. im 2. Koalitionskrieg tränkten hier stationierte Russen und Österreicher ihre Pferde im Gnadensee. Allensbach erlebte damals ein Gefecht zwischen Russen und Franzosen.

 

1803 kam Allensbach zum Kurfürstentum Baden. Die Jahre zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren schwierig. Missernten und Hungerjahre folgten einander. Unter Leitung des örtlichen Hauptes der deutschen Revolution (1848/49), Ignaz Rumpelhardt, dem Wirt des bereits 1539 Genannten "Löwen",hatte Allensbach die führende Rolle bei der Volkserhebung am Untersee. Der Mannheimer Rechtsanwalt uns Abgeordneter Dr. Friedrich Heckelsprach damals zur begeisterten Bevölkerung im Allensbacher Rathaus. Die Revolutionsartillerie aus Konstanz kehrte im "Adler "ein und aß auf Kosten der Gemeinde ein Fass Eier leer, wozu sie ein Fässle Bier austrank. Die Revolution wurde mit Härte unterdrückt. Von badischem, bayrischen, preußischen und hessischem Militär wurde sie niedergeschlagen.

 

Der badische Staat hatte 1811 vom Hause Thurn und Taxis die Post übernommen. Auf dem gesamten Bodanrück zwischen den Städten Konstanz und Radolfzell bekam Allensbach dank seiner Zentralfunktion die einzige Postanstalt mit eigener Stempelnummer. Statt der von Bürgermeister Schühle erbetenen Erneuerung des Allensbacher Stadtrechtes erfolgte 1853 nur die Verleihung eines ziemlich wertlosen Viehmarktrechtes. 1863 wurde die Eisenbahnstrecke Waldshut- Konstanz vor Bau der Schwarzwaldbahn in Betrieb genommen mit Bahnhof in Allensbach. Dem Bahnkörper wurden 18 Gebäude geopfert.

 

In den 60er Jahren kam der spätere französische Kaiser Napoleon III. vom Schloss Arenenberg in der Schweiz oft zur Jagd auf den Bodanrück und dabei nach Allensbach.  In dieser Zeit hielt sich der Schriftsteller Josef Viktor von Scheffel, dessen Vorfahren teilweise aus Allensbach stammten, gerne im "Engel"auf, wo man extra für ihn Champagner halten musste, und wo Dr. Friedrich Hecker, Generalpostmeister Stephan und Graf Zeppelin einkehrtenDie Jahre vor dem 2. Weltkrieg standen hier im Zeichen des Fremdenverkehrs. Die Übernachtungsziffer 1934 betrug 3.000 und 1937 als Höhepunkt 24.500. Damals schrieb ein Feriengast in das Gästebuch der Gemeinde: "Es ist nicht nötig, dass wir Schlesier alle den Pegasus besteigen, wenn wir aber heimkommen und es erweist uns jemand etwas besonders Gutes und Schönes, so werden wir sagen: Du bist so lieb wie ein Allensbacher!".

 

Bis auf verhältnismäßig geringe Schäde blieb der Bodanrück von Kriegseinwirkungen verschont.

 

Später wurde das spätere Strandbad neben den Zeltplatz verlegt und an der Stelle der Seegarten errichtet, eine Grünanlage Lände geschaffen und die Ortskerngestaltung mit Fachwerkhäusern usw. eingeleitet.

 

Das 2010 erschienene Heimatbuch Allensbach berichtet ausführlich über die Geschichte des Dorfes und ist im Kultur-und Verkehrsbüro Allensbach erhältlich.

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