Das Kloster Hegne und die Schmieder-Kliniken,
(vertreten durch Oliver Ritter und Johannes Braun) zeigten eindrucksvoll , dass Nachhaltigkeit auch dort nicht nur eine leere Worthülse ist, sondern dass man kontinuierlich an dem Ziel der Reduzierung des Energieeinsatzes arbeitet. Das Kloster Hegne konnte durch die zentrale Hackschnitzelheizanlage und weitere Maßnahmen den Heizölverbrauch von ca. 500.000 Litern jährlich auf mittlerweile unter 200.000 Liter herunterfahren. Ähnlich eindrucksvolle Zahlen bei Schmieder: dort betreibt man mittlerweile sieben Blockheizkraftwerke (BHKW). Daher beträgt der Verbrauch pro Bett nur etwa die Hälfte des Bundesdurchschnittes.
Ein im Verhältnis zum Kloster Hegne und den Schmieder-Kliniken eher kleiner Energieverbraucher ist die evangelische Kirchengemeinde. Aber auch hier hat man mit einer energetischen Sanierung des Gemeindehauses und einem kleinen Nahwärmenetz deutliche Einsparerfolge erzielt, wie Robert Conradt zu berichten wusste.
Rainer Günter von der Grund- und Hauptschule in Allensbach berichtete vom Energietag an der Schule, welcher zusammen mit der Lokalen Agenda und der EnBW veranstaltet wurde, sowie von weiteren Einzelaktionen wie „Häuser der Zukunft" und der Kindermeilenaktion.
Im zweiten Teil des Symposiums stellten verschiedene Experten die Ergebnisse von Untersuchungen vor, die sie im Auftrag der Gemeinde vorgenommen haben. Z. B das Gutachten der Stadtwerke Konstanz zum Energieverbrauch für die Trink- und Abwasserversorgung, welches die Machbarkeit der gewünschten Reduzierung um 25 % aufzeigt.
Der Fachgutachter der EnBW, der Einsparpotentiale bei der Straßenbeleuchtung untersuchte, attestierte der Gemeinde, dass sie bereits auf einem guten Wege sei. Gleichwohl sind weiterhin Einsparungen möglich, so beispielsweise durch die bei den Straßenbeleuchtungen marktreife, aber noch teure LED-Technik. Auch für die kommende Umstellung der ab 2015 nicht mehr zulässigen Quecksilberdampflampen sei man gut vorbereitet, da man diese bereits in der Vergangen-heit im Bestand heruntergefahren habe. Till Schaller und Jürgen Holtmann vom [eez] in Allensbach berichteten über den untersuchten und dokumentierten Gebäudebestand der Gemeinde. Diese ist zukünftig in der Lage, Einzelmaßnahmen schon im Vorfeld sehr genau auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.
In der abschließenden Diskussion wurde u. a. bemängelt, dass es eine „Dreiklassengesellschaft" bezüglich der Energie-einsparung gibt. Während Eigenheimbesitzer in der Regel die Beratungsmöglichkeiten nutzen und Einsparungsmöglichkeiten realisieren, sieht es bei Mietwohnungen schlechter aus, da es dort meist nicht möglich ist, die hohen Kosten auf die Mieten umzulegen. Das Argument einer energetischen Sanierung ziehe nicht, da Wohnungen auch so „wie geschnitten Brot" weggehen. Problematisch sind auch Eigentümergemeinschaften, die meist auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Letztendlich sei hier der Gesetzgeber gefragt, die entsprechenden Rahmenbedingungen und Mindeststandards zu setzen.