Claus Dechert war bereits Agronomingenieur, Grafiker und Offsetdrucker, bevor er auf einer 18-monatigen Reise durch die arabischen Ländern bei einer Ausstellung in Kairo von chinesischen Holzschnitten regelrecht infiziert wurde und sich 1965 entschloss, zwei Jahre lang in Japan von dem namhaften shin hanga Künstler Shiro Kasamatsu in der Kunst des japanischen Farbholzschnitts unterweisen zu lassen. Diese Begegnung prägte Dechers künstlerische Laufbahn nachhaltig und erklärt die außergewöhnliche Handhabung der Schneide- und Druckmaterialien und vor allem den souveränen Umgang mit den Wasserfarben, die mit einem farblosen Binder versetzt werden und so neue, überraschende Oberflächenstrukturen sichtbar werden lassen.
Die Landschaftsbilder, die Dechert thematisiert, stammen vorwiegend aus seiner neuen Heimat – er lebt seit 1969 in Allensbach – zeugen jedoch von jenem ostasiatischen Reiz, der die Jahrhunderte lange Kultur des Japanholzschnitts auszeichnet.