Otto Marquard wurde am 28. Juli 1881 in Konstanz geboren. Er erlernte zunächst den Beruf des Dekorationsmalers. 1904 begann er ein Studium an der Kunstakademie Karlsruhe und wurde Meisterschüler von Hans Thoma, dem Direktor der Großherzoglichen Badischen Kunsthalle. Nach seiner Ausbildung eröffnete er in Gottlieben (Schweiz) ein Atelier und heiratete. Nach dem Weltkrieg zog er auf die Insel Reichenau. 1926 ließ er sich in Allensbach am Seeweg nieder und eröffnete dort mit seiner zweiten Frau eine vegetarische Pension, die zum Treffpunkt für Schriftsteller, linke Politiker und Künstlerkollegen wurde. Er verhalf Verfolgten zur Flucht über den See und bezeichnete sich als Friedensmaler. Seine pazifistische Gesinnung führte ab 1935 zu einem Mal- und Ausstellungsverbot.
Marquard war Maler im traditionellen Sinn. Seine naturalistische Darstellung von Portraits, Stillleben und Landschaften sind Abbildungen der Wirklichkeit. Seine bevorzugten Motive waren das Dorf Allensbach und der Untersee, dessen Stimmungen und Lichtvarianten er in unzähligen Facetten nachspürte. Am 30. Juli 1969 starb Otto Marquard in Allensbach.